Die Praxis

Die Instrumente:

Wir werden alles einsetzen: die Stimme, den Körper (Stichwort Body Percussion). Alles was Musikraum und Klassenzimmer an Instrumenten hergeben und natürlich die allseits beliebten Boomwhackers, Cajones, Trommeln, Klangstäbe, usw. usw.

Der Stundenaufbau:

Jede Unterrichtseinheit hat einen identischen Aufbau. Wir starten mit dem Begrüßungslied, welchseln zur Body Perkussion, dann zu den Instrumenten und enden mit einem zum Inhalt der Einheit passenden Lied.

Entscheidend für den Lernnutzen ist, daß alle Aktivitäten derart gestaltet sind, daß sich die Schüler permanent im Frage und Antwort-Dialog befinden. Dieser wiederum ist anteilig mit einem Platzwechsel entweder mit oder gegen den Uhrzeigersinn verbunden. Der Wechsel gilt nicht nur für die Schüler, sondern auch für die ausgebenen Instrumente.

Es ist absolut in Ordnung, an einem Stundenblatt länger als eine Stunde zu verweilen. Das Ergebnis soll auch in den Ohren Unbeteiligter „gut” klingen, d.h. möglichst viele der Kinder sollen sich bei den Übungen sicher fühlen. Da Wiederholung bekanntlich den Meister macht, wird es auch nicht langweilig, da die Lernfortschritte hörbar sind und Kinder intuitiv erfassen, wenn sich ihre Klasse Schritt für Schritt zu einem „Klassenorchester” entwickelt, in dem jedes Kind seine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. Durch permanentes Wiederholen, durch die Methode des Interagierens zwischen den Schülern haben insbesondere die schwächeren Kinder eine faire Chance auf zu schließen, was wiederum dem Gesamteindruck zugute kommt, was somit die stärkeren Schüler motiviert, den schwächeren zu helfen. So werden die Eigeninteressen und das Gruppeninteresse zu einem positiven Ergebnis zusammengeführt.

Die musikalische Begleitung durch den Einsatz eines Klaviers, einer Gitarre, eines Cajons, usw. macht auf die Kinder einen viel tieferen Eindruck, als das Abspielen eines Playbacks. Häufig wird so zum ersten Male auch das Interesse geweckt, ein Instrument selbst spielen zu wollen.

Insbesondere fachfremd unterrichtende Lehrkräfte tun sich schwer, auf ihnen unbekannten Instrumenten zu spielen, sich auf unsicherem Terrain zu bewegen. Trotzdem empfehle ich den Sprung ins kalte Wasser. Auch hier wird es neue Literaturangebote geben. Belegen Sie einen geeigneten Anfängerkurs für Klavier oder Gitarre und nehmen Sie das Lernresultat ihrer ersten Stunde sofort mit in Ihre Klasse.

Sie werden erstaunt sein, wie positiv Ihre Spielversuche und deren Erklärung von Ihren Schülern aufgenommen werden. Ein besseres Vorbild für einen handlungsorientierten Unterricht kann es nicht geben. Richten Sie sich allerdings darauf ein, daß alle Kinder wenigstens einmal probieren möchten.